Wellness-Marktdaten


 

Beschäftigungschancen in der Gesundheitswirtschaft


[29.11.2009] Anteil der Gesundheitswirtschaft am Bruttoinlandsprodukt wird bis 2030 von heute etwa 10 Prozent auf fast 13 Prozent steigen, die Zahl der Beschäftigten von rund fünf auf sieben Millionen.

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* Gutachten von Roland Berger Strategy Consultants, dem Zentrum für innovative Gesundheitstechnologie der TU Berlin und der BASYS GmbH in Augsburg im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums.

Der Beitrag der Gesundheitswirtschaft zu Wirtschaftswachstum und Beschäftigung ist weit größer als bisher angenommen. Ein Gutachten im Auftrag des Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie kommt zu dem Ergebnis, dass unter den richtigen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen der Anteil der Gesundheitswirtschaft am Bruttoinlandsprodukt bis 2030 von heute etwa 10 Prozent auf fast 13 Prozent und die Zahl der Beschäftigten von rund fünf auf sieben Millionen Menschen wachsen kann. Die wichtigsten Wachstumstreiber sind neben der demografischen Alterung das stetig zunehmende Gesundheitsbewusstsein und der Export. Die größten Wachstumsraten innerhalb der Branche verzeichnen daher auch die Bereiche Gesundheitstourismus, Fitness/Wellness und Bioprodukte.

"Wir müssen die Wachstums- und Beschäftigungspotenziale der Gesundheitswirtschaft heben", sagt der Parlamentarische Staatssekretär Ernst Burgbacher, "und diese Entwicklung wirtschaftspolitisch flankieren." Das Gutachten im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums wurde durchgeführt von der Bietergemeinschaft Roland Berger Strategy Consultants, dem Zentrum für innovative Gesundheitstechnologie der TU Berlin und der BASYS GmbH in Augsburg.

Satellitenkonto erlaubt präzise Messung der Gesundheitswirtschaft

"In der Branche hat ein Umdenken stattgefunden", erklärt Dr. Joachim Kartte, Leiter des Kompetenzzentrums Pharma&Healtchcare bei Roland Berger Strategy Consultants. "Man spricht heute nicht mehr nur vom Kostentreiber Gesundheitswesen, sondern auch vom Wachstumstreiber Gesundheitswirtschaft." Um diesen vollständig erfassen und berechnen zu können, haben die Experten im Auftrag des Wirtschaftsministeriums das so genannte "Satellitenkonto" entwickelt. "Dabei handelt es sich um eine Art Nebenrechnung zur Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR)", erklärt Roland Berger Principal Dr. Karsten Neumann. Diese folgt einer international standardisierten Einteilung von Wirtschaftszweigen. Manche Bereiche der Volkswirtschaft wurden dadurch bisher künstlich auseinandergerissen. "Im Gesundheitsbereich sind beispielsweise Krankenhäuser, Arzneimittel, Medizintechnik und gesunde Lebensmittel in völlig verschiedenen Bereichen der VGR untergebracht. Aussagen über die genaue Größe der Gesundheitswirtschaft sind so zum Beispiel nicht möglich." Um solche Aussagen zu ermöglichen, fasst das Satellitenkonto die Daten der VGR für alle gesundheitsrelevanten Produkte und Dienstleistungen zusammen.

Vom Kostenfaktor zum Jobmotor

"Durch diese neue Sicht auf die deutsche Gesundheitsbranche wird plötzlich deutlich, dass Gesundheit ein gigantischer Wachstumsmarkt mit Potenzial für neue Arbeitsplätze, Berufschancen und Umsätze ist", sagt Kartte. Der Anteil der Gesundheitswirtschaft an der Bruttowertschöpfung wird in den kommenden Jahren ständig steigen: Von zehn Prozent 2005 auf (207 Mrd. Euro), auf bis zu 12,2% (286 Mrd. Euro) im Jahr 2020. "Im Jahr 2030 arbeitet bereits jeder Fünfte in der Gesundheitswirtschaft", prognostiziert Kartte. 2005 war es etwa jede Siebte. "Das Gesundheitssatellitenkonto dient der Politik als Grundlage, die deutsche Gesundheitsbranche gezielt zu fördern und zu einem bedeutendsten Wachstumsmärkte der kommenden Jahrzehnte auszubauen".


 


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