Entspannung


Definition

Entspannung bezeichnet einen körperlich und geistig spürbaren und messbaren Zustand, der als Gegenpol zur Anspannung gilt. Ein regelmäßiger und hinreichender Wechsel von Entspannung und Anspannung erhält und fördert die Gesundheit. Bei unserem Lebensstil jedoch überwiegt oft die Anspannung. Das kann zu typischen Stressreaktionen führen, z.B. gesteigerter Nervosität, Kopf- oder Rückenschmerzen. Methoden und Techniken der Entspannung - teils mit Hilfe von Instrumenten oder technischen Apparaturen - sollen helfen, Anspannung abzubauen und Entspannung zumindest vorüber gehend zu erlangen.


Methode

Entspannung kann bewusst durch Entspannungstechniken hervorgerufen werden. Eine Einteilung der Entspannungstechniken kann wie folgt getroffen werden :

  1. nach dem Aspekt der Unterscheidung von körperlicher Aktivität oder Passivität in:
    - aktive Verfahren (z.B. Progressive Muskelentspannung, Tai Chi, Yoga)
    - passive Verfahren (Autogenes Training, Biofeedback und Meditation)

  2. nach der Methode der Entspannungsinduktion. Sie hängt davon ab, ob die Veränderung vorwiegend stattfindet über
    - den körperlichen Bereich oder
    - den kognitiv-mentalen Bereich

  3. nach dem Auslöser der Entspannung, ob sie
    - vom Übenden selbst oder
    - von einer anderen Person oder einem Medium/Gerät veranlasst wird.
Physiologisch werden bei der Entspannung eine Verminderung des Einströmens von Impulsen aus dem Gehirn in die Muskelpartien festgestellt. Die Sensibilität der Muskelspindeln, die für Spannung bzw. Entspannung der Muskeln zuständig sind, wird verändert. Mit der Entspannung geht eine Gefäßerweiterung und damit eine erhöhte Durchblutung einher. Der Atemrhythmus verlangsamt sich. Der Sauerstoffbedarf wird geringer und der Hautwiderstand steigt. Der Übende fühlt sich während und nach der Übung locker, ruhig und gelassen. Insofern hat das regelmäßige Üben eine Stress vorbeugende und Stress abbauende Wirkung.



Beurteilung

Der mitverursachende Anteil der Stresskomponenten an unterschiedlichen Erkrankungen gibt den Ausschlag dafür, wie hoch die Heilungs- bzw. Besserungschancen durch Entspannungsübungen sind. Der Einfluss kann alle Organbereiche betreffen, die vom autonomen, vegetativen Nervensystem gesteuert werden, die also üblicherweise nicht einer Willensentscheidung unterliegen.

Schmerzen lassen sich zum Beispiel wesentlich herab setzen. Länger und regelmäßig Übende bestätigen, dass sie keine schmerzstillenden Medikamente mehr benötigen.

Da Stresshormone das Immunsystem negativ beeinflussen (Disstress macht den Körper anfälliger für Viren und Bakterien), kann durch Entspannung nachweislich der Anteil der ”Killerzellen” erhöht werden.

Neben der Beeinflussung der Biochemie und der vegetativen Reaktionen kann auch im Bereich der Persönlichkeit im Laufe längeren Übens eine Veränderung stattfinden. Emotionen werden spürbar, Gereiztheit und Nervosität treten zurück und wachsendes Selbst-Bewusstsein lässt kreative und machbare Perspektiven im Leben erkennen und in den Grenzen individueller Möglichkeiten sich entfalten.

Kontraindiziert sind Entspannungsübungen bei neurotischen oder psychotischen Störungen.




Literatur







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