Bioelektrische Impedanzanalyse (BIA)


Definition

Bestimmung des Körperfettanteils mit Hilfe einer elektrischen Messung.


Methode

Eine normale Körperwaage gibt Auskunft über das Gewicht und sagt nichts aus über den Körperfett- und Muskelanteil. Man kann beispielsweise sehr schlank sein und dabei einen erhöhten Körperfettanteil haben, das gleiche gilt umgekehrt. Eine genaue Analyse dieser Werte erhält man durch die sogenannte BIA-Messung (Bioelektrische Impedanzanalyse), bei der ein Messgerät einen schwachen elektrischen Strom von den Fußsohlen bis zu den Händen schickt. Ermittelt wird der elektrische Widerstand (Impedanz), der Aussagen über die Menge Wasser im Körper erlaubt. Fett ist ein guter Speicherstoff und lagert kein Wasser ein. Ein hoher Fettanteil verändert also den Gesamtwiderstand. Das Messergebnis ist jedoch stark abhängig vom Wasserhaushalt der Person. Es gibt z.B. die Empfehlung, sich erst drei Stunden nach dem Aufstehen zu wiegen. Auch häufiger Kaffeegenuss, Saunabesuche oder Sport können die Ergebnisse verfälschen. Um die Fettwerte von Mal zu Mal miteinander vergleichen zu können, sollte man sich immer unter den exakt gleichen Bedingungen messen lassen.
Nach einer Empfehlung des "American College of Sports Medicine" liegen die optimalen Körperfettanteile für Männer bei 11-17% und für Frauen zwischen 19-22%. Werte unter 3% bei Männern und unter 11% bei Frauen sind ebenso ungesund wie Fettanteile über 20 bzw. 30%. Dabei wurden offensichtlich keine Unterschiede bezüglich des Alters gemacht. Diese Richtwerte sind allerdings nicht die einzigen.

Unsere Recherchen führten unter anderem auch zu abweichenden Empfehlungen: Der als Fitness-Papst beworbene Lauf-Guru Dr. Ulrich Strunz hat z.B. folgende Richtwerte veröffentlicht, die auch das Alter berücksichtigen:

Alter              17 – 29      30 – 39    über 40 Jahre
Männer
Fettanteil        15,0%        17,5%        20,0%
Frauen
Fettanteil        25,0%        27,5%        30,0%



Beurteilung

Der Körperfettanteil scheint als Messgröße gesundheitlich wichtiger als das Gesamt-Körpergewicht zu sein. Die Messergebnisse sind relativ genau, allerdings auch Schwankungen unterworfen (siehe oben). Häufiges Wiegen und Messen kann zwanghaft und zur Fixierung werden.

Richtwert-Tabellen sollten eher als grobe Orientierung dienen, auf keinen Fall sollte man sich davon unter Stress setzen lassen. Die Werte von Strunz sind für jüngere Menschen nicht zu streng, bei älteren zieht er die Zügel an. Mit dem Alter steigt im Durchschnitt der Körperfettanteil an, wenn man mit Bewegungsgewohnheiten und Ernährung nachlässig wird - insofern vielleicht gesundheitspädagisch richtig.




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