Aufguss


Definition

Begriff aus dem Saunabereich. Anfeuchten der Luft durch Übergießen von Steinen.


Methode

Durch Begießen der bis zu 400°C heißen Sauna-Steine (z. B. Granit, Diorit, Peridotit) mit Wasser wird die Saunaluft angefeuchtet. Der heiße Aufgussdampf kondensiert auf der kühleren Haut zu Wasser und gibt ihr dabei seine Wärme ab. Gleichzeitig hindert dieser Wasserfilm die Haut am Schwitzen und damit an der Abkühlung. Aber auch der Wasserfilm kann nicht verdunsten, weil immer neue feuchte Luft auf der Haut kondensieren will. So entsteht der Eindruck, als sei die Temperatur in der Sauna stark gestiegen. Werden ätherische Öle beigemischt, verdampfen die wasserlöslichen Inhaltsstoffe durch Übergießen mit siedendem Wasser und ein angenehmer Duft verbreitet sich. Zusätze sollten nie unverdünnt auf die Steine gegossen werden. Sie können verpuffen und durch die Hitzeentwicklung die Haut verbrennen. Außerdem muss die Wasser-in-Öl-Mischung immer wieder umgerührt werden. Sonst bilden sich kleine Ölteppiche auf dem Wasser, die auf den heißen Steinen verbrennen und unangenehm riechen.

Beispiele für Aufgüsse:


Beurteilung

Substanzen in Sauna-Aufgüssen fördern das körperlich-seelische Wohlbefinden, können aber auch der Gesundheit schaden. Einem Bericht der Zeitschrift Ökotest zufolge hat man in sieben von 32 getesteten Sauna-Aufgüssen Krebs erregendes Formaldehyd gefunden. In weiteren sieben Aufgüssen sind halogenorganische Verbindungen gefunden worden, die gesundheitlich bedenklich sind. Allergiker sollten besonders achtsam sein.


Literatur





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