Aloe Vera


Definition

Aloe Vera (Aloe barbadensis miller), auch Wüstenlilie genannt, ist eine fleischige Pflanze, die zur Familie der Liliengewächse gehört. Sie wird etwa 60 Zentimeter hoch und wächst vor allem in trockenen Landstrichen, wie in Afrika, Südamerika oder Kalifornien. Der geruchlose, klare Saft aus dem Markgewebe wird seit alters her als Heilmittel verwendet. Extrakte aus Aloe Vera werden sowohl äußerlich als auch innerlich angewendet und erfahren derzeit einen richtiggehenden Boom. Der gelartige Saft des Blattinnern enthält eine ganze Reihe Mineralstoffe, wie Eisen, Kalzium, Kaliumcarbonat, Magnesium, Mangan, Natrium und Zink. Dazu kommen Glykoproteine, Salizylsäure und Acemannan. In dem Aloe-Saft sollen 160 bis 450 „bioaktive“ Wirkstoffe sein. Die Zahlen schwanken ja nach Quelle.


Ursprung

Schon Cleopatra soll ihre Haut mit dem Gel aus der Aloe Vera frisch und straff gehalten haben. In Mittelamerika, Indien und den angelsächsischen Ländern gehört Aloe Vera seit Jahrhunderten zur Naturapotheke. Heute beträgt der Umsatz mit Aloe-Vera-Produkten laut dem International Aloe Science Council (IASC) über 100 Milliarden Dollar weltweit.


Methode

1. Äußere Anwendung
Das Gel aus dem Innern der Aloe-Vera-Blätter soll bei kleinen Schnittwunden oder leichten Verbrennungen, Mückenstichen, leichtem Sonnenbrand und Akne schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken.
Immer öfter wird Cremes und anderen Hautpflegeprodukten Aloe Vera-Gel zugesetzt. Es soll feuchtigkeitsspendend und hautglättend wirken. Allerdings ist das pure Gel sehr viel wirkungsvoller als Cremes oder Masken mit Aloe Vera.

2. Innere Anwendung
Bevor die Aloe Vera als Schönheitspflanze in Deutschland populär wurde, war sie für ihre abführende Wirkung durch die Wirkstoffe„Aloin“ und „Anthrachinone“ bekannt, die sich in der äußeren Pflanzenschicht befinden. Allerdings raten Experten von der Dauer-Einnahme dieser Wirkstoffe ab, da sie in Verdacht stehen, bei längerer Anwendung Krebs zu erzeugen.
Relativ neu ist die Verwendung von Aloe-Vera-Saft in Lebensmitteln wie Joghurt und Drinks. Innerlich eingenommen soll das Aloe-Gel den Darm entgiften und das Immunsystem stärken.



Beurteilung

Die kühlende Wirkung des Aloe Gels auf sonnenheißer Haut oder bei Mückenstichen ist leicht nachzuvollziehen. Einige Studien bestätigen auch die entzündungshemmende und heilende Wirkung des Pflanzengels bei kleinen Abschürfungen und Ausschlag. Verantwortliche Stoffe sind die in dem Aloe-Gel enthaltene Salizylsäure und der Mehrfachzucker Acemannan. Für andere „wunderbare“ Heilwirkungen fehlen allerdings jegliche wissenschaftliche Beweise. Auch die häufig angeführte Heilkraft bei Diabetes, Allergien oder Neurodermitis hält keiner wissenschaftlichen Überprüfung stand.

Da der frisch gepresste Saft sehr sauerstoffempfindlich ist, sind den Getränken und Nahrungsergänzungsmittel mit Aloe-Saft häufig große Mengen an Konservierungsstoffen zugesetzt. Verbraucherschützer meinen außerdem, dass man die Vitamine, mit denen Aloe-Produkte werben, einfacher durch den Genuss von heimischem Obst zu sich nehmen könnte.

Ein Problem ist auch der diffuse Vertrieb von Aloe-Produkten über das Internet. Ein Teil der Händler ist nicht seriös. Wer Aloe-Gel-Produkte beziehen möchte, achtet am besten auf das Siegel des „International Aloe Science Council“ (IASC) oder auf das Bio-Siegel. Beide Siegel stehen für Produkte, die ohne Konservierungsstoffe und möglichst schonend hergestellt wurden.



Literatur






zurück