Herz-Notfall: Das müssen Sie wissen

Mit der nachstehenden Information möchten wir Ihnen einige wichtige, vielleicht lebensrettende Hinweise geben, wie Sie oder Ihre Angehörigen/Bekannten sich in dem Notfall eines Herz-/Kreislauf-Stillstndes verhalten sollten. Die Beachtung der nachstehenden Hinweise und Regeln kann Leben retten. Wie Sie vielleicht wissen, haben Personen mit koronarer Herzerkrankung besondere Lebensrisiken. Hierzu gehört im schlimmsten Fall auch der akute Herz-Kreislauf-Stillstand.

Erkennen eines Herz-Kreislauf-Stillstandes

Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand wird der bzw. die Betroffene innerhalb weniger Sekunden bewusstlos. Nahezu gleichzeitig setzt die Atmung aus. Der Puls ist an beiden Seiten des Halses nicht mehr tastbar. Die Betroffenen sind bläulich-blaß, manchmal auch fahlgrau im Gesicht.

Feststellen eines Herz-Kreislauf-Stillstandes

Es besteht akute Lebensgefahr

Wenn das Gehirn nur wenige Minuten ohne Sauerstoff bleibt, treten bleibende Schäden auf; der Betroffene stirbt. Allerdings bestehen heute gute medizinische Behandlungsmöglichkeiten auch für Patienten, die bereits einen Herz-Kreislauf-Stillstand hatten. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass anwesende Ersthelfer im Falle eines Kreislaufstillstandes die Patienten sofort wiederbeleben und dies bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes und des Notarztes durchführen. Alle Maßnahmen zur Wiederbelebung müssen daher unverzüglich begonnen werden.

Notruf! Rettungsdienst

Alarmieren Sie möglichst schnell den Rettungsdienst, besser noch, Sie lassen dies, sofern möglich, durch eine weitere Person erledigen, denn der Beginn der Herz-Lungen-Wiederbelebung darf dadurch nicht verzögert werden. Sollten Sie in einer entsprechenden Situation alleine sein, versuchen Sie schnell Hilfe herbeizurufen. Geht das nicht, rufen Sie schnell den Rettungsdienst an und beginnen dann unverzüglich mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Schicken Sie, wenn möglich, jemanden auf die Straße, der den Notarzt erwartet, die Türen öffnet und den Notarzt zum Patienten führt. Beleuchten Sie nachts das Haus/die Wohnung hell.

Hilfe organisieren

Rettungswagen mit Notarzt unter 112 sofort anfordern (lassen!)
WO ... Geben Sie den Notfall-Ort genau an: Name, Ort Straße, Hausnummer, Stockwerk, Gebäudeteil usw.
WAS ... Was ist geschehen? KURZ die Notfallsitaution beschreiben (z. B.: Mein Mann hat einen Herz-Kreislauf-Stillstand, vor 2 Jahren hatte er einen Infarkt.)

Das A-B-C der Wiederbelebung bei der 1-Helfer-Methode

Legen Sie den Patienten auf eine harte Unterlage (z. B. Fußboden!) Im Bett ist eine Herzmassage nicht möglich!

A = Atemwege freimachen

Prüfen Sie, ob die Atemwege frei sind. Hierzu inspizieren Sie den Mund-Rachen-Raum auf Erbrochenes oder Fremdkörper (z. B. Zahnprothese) und entfernen diese. Überstrecken Sie anschließend den Hals, da hierdurch die Atemwege frei werden.

B = Beatmung: Mund-zu-Mund - (oder Mund zu Nase) -Beatmung:

Der Hals bleibt bei der Mund-zu-Mund-Beatmung überstreckt. Mit Daumen und Zeigefinger Ihrer auf der Stirn liegenden Hand verschließen Sie die Nase. Öffnen Sie den Mund des Betroffenen ein wenig, setzen Sie Ihren Mund dicht auf und beatmen vorsichtig.



Bei der Mund-zu-Mund-Beatmung kann bei einem zu hohen Beatmungsdruck Luft in den Magen geraten. Dies kann zu plötzlichem Erbrechen mit nachfolgender Erstickungsgefahr führen. Daher ist die Mund-zu-Nase-Beatmung vorzuziehen.



Mund-zu-Nase-Beatmung: Die überstreckte Haltung des Kopfes behalten Sie zur Atemspende bei. Mit dem Daumen der Hand, die am
Unterkiefer liegt, verschließen Sie den Mund, damit die eingeblasene Luft dort nicht wieder entweichen kann.



Atmen Sie jetzt selbst ein und setzen Ihren geöffneten Mund um die Nase herum dicht auf, damit keine Luft entweichen kann. Jetzt die eingeatmete Luft in die Atemwege einblasen.  Nach jeder Beatmung heben Sie Ihren Mund ab, damit der Betroffene ausatmen kann. Drehen Sie Ihren Kopf zur Seite und beobachten Sie die Ausatmung genau. Atmen Sie gleichzeitig Frischluft für die nächste Beatmung ein. Beatmen Sie zwei mal schnell hintereinander!

C = Cirkulation durch Herzmassage wieder herstellen

Suchen Sie den Druckpunkt auf. Dazu müssen Sie den Brustkorb freimachen. Mit dem Finger fahren Sie am Rippenbogen entlang und tasten des Ende des Brustbeins.



Legen Sie 2 Finger der anderen Hand daneben auf das Brustbein in Richtung Hals



Setzen Sie den Handballen der anderen Hand direkt neben die zwei Finger (Richtung Hals) auf das Brustbein. Das ist der Druckpunkt.



Den Handballen der zweiten Hand setzen Sie auf den Handrücken der ersten Hand. Die Finger beider Hände sind vom Brustkorb abgespreizt, nur der Handballen hat Kontakt zum Brustbein.



Weicht der Druckpunkt seitlich oder nach oben oder unten vom vorgegebenen idealen Punkt ab, besteht die Gefahr von Brustbein- oder Rippenbrüchen, aber auch Schäden an Organen sind möglich! Mit gestreckten Armen drücken Sie nun das Brustbein etwa 4 - 5 cm tief mit einer Frequenz von 100 pro Minute ein. Dabei sollen Druck- und Entlastungsphasen etwa gleich lang sein.



Beatmung und Herzdruckmassage müssen in folgendem Wechsel erfolgen:

Erfolgskontrolle

Beobachten Sie den Betroffenen während der Wiederbelebung auf "Lebenszeichen" (er atmet und bewegt sich). Das Einsetzen der Atmung und des Kreislaufes werden Sie leicht erkennen. Sind keine Lebenszeichen erkennbar, ist die Wiederbelebung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes durchzuführen! Bei Wiedereinsetzen der Kreislauftätigkeit ist die Atmung zu prüfen. Bei fehlender Atmung müssen Sie weiter beatmen.

Herz-Lungen-Wiederbelebung bei der 2-Helfer-Methode

Alle Maßnahmen zur Feststellung des Kreislaufstillstandes und zur Vorbereitung der Herz-Lungen-Wiederbelebung gelten wie oben beschrieben. Während ein Helfer die Druckmassage in einer Frequenz von 100/Minute vornimmt, wird vom 2. Helfer zwischen jeder 5. und 6. Herzmassage eine Beatmung durchgeführt. Die Herzmassage soll zur Beatmung allenfalls kurz verzögert, aber nicht unterbrochen werden. Nutzen Sie die Möglichkeiten, sich regelmäßig, wenigstens alle zwei Jahre, in der Herz-Lungen-Wiederbelebung ausbilden zu lassen. (Deutsches Rotes Kreuz, Arbeiter-Samariter Bund etc.)

Ich wünsche Ihnen, dass Sie die vorstehenden Hinweise nie anwenden müssen, und falls es doch erforderlich werden sollte, wünsche ich Ihnen, dass Sie so ruhig wie möglich die vorstehenden Anweisungen befolgen können und dabei erfolgreich sind.

Jürgen Busch
(ausgebildeter Ersthelfer)