Wellness – beim Start in den Morgen garantiert?

Nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs möchten viele Menschen "gut" frühstücken. Dies gilt besonders für diejenigen, die Wellness suchen.

Neben ruhigem Schlaf und anspruchsvollem Badkomfort nimmt das Frühstück den dritten Platz in der Wunschliste der Hotelgäste ein, wie in einer von Emnid im Auftrag des DEHOGA durchgeführten repräsentativen Gästebefragung festgestellt wurde. Auch ein steigender Wellness-Anspruch wurde dabei verzeichnet. Der Deutsche Wellness Verband (DWV) berät und schult aus diesem Grunde Hotelbetriebe unter anderem in der entsprechenden Konzeption und Umsetzung von Frühstücksangeboten.

Wellness-Gäste suchen in der Regel kleine Fluchten (statistisch 2,4 Nächte) zum Erholen, Abschalten, neue Kräfte tanken. Manche nutzen den Wohlfühl-Urlaub auch, um ihre Fitness zu verbessern oder etwas für Figur und attraktives Aussehen zu tun. Hinsichtlich Essen und Trinken existieren jedoch erstaunlich wenig konkrete (und richtige) Vorstellungen. Bezeichungen wie “Verwöhn-Menü” oder “reichhaltiges Frühstücksbuffet”, wie sie oft in Prospekten zu finden sind, sagen kaum etwas über das tatsächliche Angebot aus.

Wellness, nach der Definition des Deutschen Wellness Verbandes die Kombination aus gesunder und genusservoller Lebensweise, hat jedenfalls nichts mit Selbst-Kasteiung zu tun. Sich in aller Ruhe und ausgiebig Sattessen am Morgen ist eine durchaus berechtigte Erwartung der Gäste. Bei konventionellem Buffet-Angebot mündet dieser Einstieg in den Tag jedoch fast unvermeidlich in Stunden langer Müdigkeit oder Trägheit, statt Wohlfühlen und Fit-Sein.

Der Magen ist kein Betonmischer der in der Lage ist,
dieses Durcheinander an diversen Nahrungsmittel
korrekt und schnell zu verarbeiten. (Roy Kieferle)


Lange Verdauungszeiten  kosten Energie, die anschließend fehlt. Wellness beim Frühstück, das bedeutet: Genussvoll satt werden und sich danach lange fit fühlen. “Keiner soll hungrig vom Frühstückstisch aufstehen, gestärkt soll er sein, Tatendrang verspüren”, so Roy Kieferle, Koch und  Mitglied des DWV.

Roy Kieferle, prominenter Pionier der gehobenen Vitalküche und selbst seit über 20 Jahren Küchenchef im eigenen Betrieb (Dobel im Schwarzwald), weiß, dass viele Gäste beim Anblick eines reichhaltigen Frühstücksbuffets das rechte Maß verlieren. Was bezahlt ist, soll auch gegessen werden. Diese merkantile Logik wird dann zum gesundheitlichen Verhängnis und erweist der eigentlichen Wellness-Absicht einen Bärendienst. Es gibt jedoch auch immer mehr Gäste, die das Frühstück bewusst in ihren Wellness-Plan integrieren. Sie sind aus den Fehlern der Vergangenheit klüger geworden und vermeiden es, sich unnötig und ohne Vorteile schon am Morgen zu  belasten. Für sie bieten Hotels in der Regel nur eine gesonderte “Wellness-Ecke” mit Körnern und allem sonstigen, was als passend erachtet wird. Umfang, Platzierung und Bestückung dieses eigentlichen Glanzbereichs eines Wellness-Frühstücksbuffets  zeugen leider davon, dass die Aufgabe nicht verstanden oder nicht ernst genommen wird.

Kieferle hat aus jahrelanger Erfahrung Basis-Empfehlungen für die Wellness-Gastronomie zusammengestellt. Wellness-Kost zeichnet sich unabhängig von ihrem gesundheitlichen Wert durch besonders gute Verträglichkeit und Bekömmlichkeit aus. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Frische der Rohstoffe und ihrer Verarbeitung. Immer wieder finden sich an Frühstücksbuffets rohe Getreidekörner neben einer dekorativen Getreidemühle.  “Das grenzt an Körperverletzung” schimpft Kieferle. Denn rohes Getreide ist frisch gemahlen weder gesund noch verträglich. Die Getreidemühle gehöre zwar in jede Wellness-Gastronomie, jedoch nicht ans Buffet, sondern in die Küche, wo die Produkte am Vorabend frisch gemahlen und eingeweicht werden müßten, um am nächsten Morgen daraus ein frisches Müsli zubereiten zu können. Im Buffet-Angebot der Müslis und Cerealien haben Industrieprodukte wie Frosties, Smacks oder Toppas übrigens nichts verloren. Sie sind in der Regel prall gefüllt mit versteckten Zuckern. Frische und vollwertige Speisen liefern hingegen bekömmliche, wertvolle Nährstoffe. In einem echten Wellness-Hotel sollten die Zutaten aus zertifiziertem biologischen Anbau stammen.

Der Deutsche Wellness Verband empfiehlt als Mindest-Angebot für ein Wellness-Frühstück:

Wer sich von diesem Basis-Standard abheben und dem Wellness-Gast ein echtes Highlight zum Frühstück bieten möchte, sollte diesen Empfehlungen für ein Premium-Wellness-Frühstück folgen:

Was auf keinen Fall zu einem Wellness-Frühstück gehört:

Einen Beitrag von Manfred Müller, dem Leiter des Fachbereiches Essen & Trinken zum Thema Gentechnisch veränderte Lebensmittel in Restaurants, Gemeinschaftsvepflegung und Fastfood Betrieben finden Sie unter >>