Gesunde Freuden für den Gaumen

Wellness-Vitalküche statt Fertigfutter

Die Basis einer gesunden Lebensweise ist die Ernährung. Das ist nicht unsere Behauptung, sondern die Meinung fast aller Menschen in Deutschland.

Dieses erfreuliche Bewusstsein darf allerdings nicht darüber hinweg täuschen, dass eine gesunde Einstellung zu Essen und Trinken eher die Seltenheit ist. Studien zeigen, dass etwa 10% der Bevölkerung extrem gesundheitsbewusst essen und trinken, auf der anderen Seite aber auch 10% ausschließlich den guten Geschmack als Maßstab wählen. Ein großer Teil der heute vorherrschenden chronischen Erkrankungen steht mit den (schlechten) Ernährungsgewohnheiten in ursächlichem Zusammenhang. Erschreckend ist allein schon die Zahl der Ubergewichtigen. Trotz des Megatrends Gesundheit hat sich am krank machenden Ernährungsverhalten offenbar nicht viel geändert.

Die Nahrungsmittelindustrie nutzt diese Diskrepanz zwischen Ernährungsbewusstsein und Ernährungsgewohnheiten. Sie macht es den bequemen Verbrauchern scheinbar leicht, sich gesund zu ernähren: Anreicherung von industriell erzeugten "Lebensmitteln" mit vermeintlich wertvollen Zusatzstoffen. Dazu Nahrungsergänzungsmittel in jeder erdenklichen Form. Warum klebriges Obst essen, wenn man auch eine Vitaminpille schlucken kann?  "Tastier Light Food": fett-, zucker- und kalorienreduzierte Produkte aus dem Labor ohne geschmackliche Einbußen. Der Umsatz mit Functional Food hat sich seit 1998 mehr als verdoppelt und er wird sich in den nächsten fünf Jahren nochmals verdoppeln.

Was hat das mit Wellness zu tun? Viel und auch wenig. Viel, weil wir nicht nur aus physiologischer Notwendigkeit essen und trinken und daher Faktoren wie Genuss, Geschmack, Lebensfreude - kurz: die Emotionen - einen großen Einfluss auf unsere Vorlieben und Gewohnheiten ausüben. Wenig, weil eine authentische gesunde Ernährung auf dem Genuss echter Lebens-Mittel beruht und dieser Umstand in der Massenproduktion der Konzerne kaum Beachtung findet. Genussvoll gesund essen und trinken erfolgt nicht aus der Dose, der Tüte, der Mikrowelle oder dem Labor.

Erfreulicher Weise zeigt sich in Deutschland auch ein Trend zu "natürlicher Ernährung": Die Bio-Welle hat sich fest etabliert und sie wächst weiter. Das Bewusstsein für regionale und saisonale Speisen wird wieder größer. Die Deutschen zeigen Lust am Einkauf frischer Waren und sie kochen und essen wieder mehr zu Hause. "Bio" wird heute nicht mehr ausschließlich von alternativen Öko-Fuzzies gekauft.  Die Kundschaft der Bioläden und Bio-Supermärkte ist vielfältig geworden.

All diese Entwicklungen gründen auf die seit Mitte der 90er Jahre wachsende Wellness-Bewegung, die Gesundheit mit Genuss koppelt. Der Deutsche Wellness Verband hatte bereits 1993 eine schmackhafte Vitalküche als eine der Mindestanforderungen für ein Wellnesshotel definiert. Inzwischen haben diese Pionierarbeiten reiche Früchte getragen. In vielen Hotelrestaurants offeriert man dem Gast spezielle Wellness-Menüs oder hält eigene Wellness-Speisekarten bereit.
Wir werden unser Engagement für das gesunde Essen und Trinken deutlich erhöhen. Es stellt für das Wohlbefinden und die Vitalität in der Bevölkerung eine der bedeutendsten Säulen dar. Auf diesem Gebiet herrschen leider immer noch weit verbreitete Ignoranz und Unkenntnis - sowohl bei den Verbrauchern, als auch bei den Anbietern (Hersteller, Handel und gastronomische Betriebe).

Wir möchten Ihnen hier die ersten Hinweise und Anregungen für genussvoll gesunde Gaumenfreuden geben. Die Verbraucher-Tipps enthalten praktische Empfehlungen zu sich ständig weiter entwickelnden Themen. In der Rubrik Rezepte finden Sie Beispiel aus der Wellness-Vitalküche, die Sie selbst leicht umsetzen können. Wenn Sie bereits eigene Wellness-Erfahrungen in Restaurants gesammelt haben, schreiben Sie uns bitte ein paar Worte dazu.