Sport, Fitness, Bewegung, Wellness

Woran erkenne ich ein gutes Angebot zum Bewegungstraining?

Angebote für Bewegungstraining gibt es viele. Die Beurteilung der Qualität hängt ganz davon ab, welche Qualitäts-Maßstäbe zugrunde gelegt werden. Als Deutscher Wellness Verband möchten wir nur Aussagen zu solchen Angeboten treffen, die auch etwas mit Wellness zu tun haben. Die folgenden Tipps wurden in Zusammenarbeit mit Bernhard Breskewiz, Diplom-Sportlehrer und Gesundheitswissenschaftler (MPH) formuliert. Er hat uns gebeten, an dieser Stelle auf seine Autorenschaft hinzuweisen.


Was hat Wellness mit Bewegungstraining zu tun?

Bewegung ist eine der Grundsäulen eines Wellness-Lebensstils. Anders als viele präventive Ansätze, die Bewegung hauptsächlich als eine Maßnahme gegen das Entstehen von Krankheiten empfehlen, geht die Wellness-Philosohpie davon aus, dass Ihnen Bewegung zunächst einmal Freude, Spaß und Genuss bereiten soll. Es ist auch wichtig, dass Sie sich nicht nur "später irgendwie" besser fühlen, sondern just in den Momenten, in denen Sie sich bewegen.

Wenn Sie unter professioneller Anleitung ein Bewegungstraining betreiben, so wie es in vielen Fitness-Studios oder Sportvereinen der Fall ist, offenbart sich der Wellness-Gedanke auch im persönlichen Kontakt zu den dort tätigen Trainern und Beratern. Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg Ihres Bewegungstrainings ist die Art der Kommunikation. Fragen Sie sich selbst, ob Sie sich im Gespräch - ganz gleich, zu welchem Zeitpunkt und aus welchem Anlass - richtig verstanden und betreut fühlen. Aber: Auch Sie müssen dafür Zeit, Selbstaufmerksamkeit und Offenheit beisteuern. Sonst kann Ihr Trainer Sie nicht richtig verstehen und betreuen. So gehört zum Beispiel in ein Gespräch während eines Fitness-Tests mehr als die reine Erhebung von Daten - wenn es sich um ein Wellness- Bewegungstraining handelt. Zumindest sollte der Trainer Sie nach Ihrer persönlichen Einschätzung Ihres aktuellen Befindens befragen, körperlich, geistig und auch seelisch. Dann sind aber auch Sie gefordert: Ein freundliches „Danke, mir geht es gut.“, ist sicher nett gemeint, hilft Ihrem Trainer jedoch kaum weiter. Dabei müssen Sie sich nicht in einer Leidensgeschichte verlieren. In einigen Sätzen konkret zu beschreiben, wodurch Ihr subjektiv als „gut“ oder "nicht so gut" bewertetes Befinden bedingt ist, kann schon wertvolle Rückschlüsse ermöglichen.

Über welche Qualifikationen sollten Wellness-Bewegungstrainer verfügen?

Um fähig zu sein, aus einem gründlichen, Ihre gesamte Person und Persönlichkeit erfassenden Gespräch ein geeignetes Trainingskonzept für Sie zu entwickeln, brauchen Ihre Berater bzw. Trainer eine umfangreiche Qualifikation. Denn Wellnesstraining ist mehr als sanfte Fitness. Einzelne Kriterien, die kombiniert zu einer hinreichenden Qualifikation führen, sind:
  1. Ein Mindestalter von ca. 25 Jahren.
  2. Persönliche Erfahrungen mit Bewegungstraining und auch Sport, idealerweise außerdem Tanz.
  3. Persönliche Erfahrungen mit Stressmanagement, Meditation oder Ähnlichem.
  4. Eine Grundlagenausbildung zu Anatomie, Physiologie und Sportverletzungen, wie sie z.B. Masseure, Physiotherapeuten oder Sport-/Gymnastiklehrer besitzen.
  5. Eine spezielle Trainer-Qualifikation für die jeweilige Bewegungsform.
  6. Ausgeprägte soziale und kommunikative Fähigkeiten.
  7. Ein Vorbild für die Umsetzung eines Wellness-Lebensstils.
  8. Auch wenn eine komplexe Ausbildung vorliegt, zum Beispiel ein Universitätsabschluss als Sportlehrer oder eine Fortbildung als Wellnesstrainer, sollte die Spezialisierung auf die jeweilige Bewegungsform entweder durch einen entsprechenden Studienschwerpunkt, umfangreiche persönliche Vorerfahrung oder eine Zusatz-Ausbildung erfolgt sein.

Was mache ich, wenn ich keinen ausgewiesenen Anbieter für Wellness-Bewegungstraining in meiner Nähe finde?

Es gibt viele Wege, die hin zu einem Wellness-Bewegungstraining führen. Die entsprechende Qualität einer Einrichtung oder eines Trainers geht nicht unbedingt nur aus einer entsprechenden Bezeichung hervor. Andererseits gibt es auch die Möglichkeit, "klein" einzusteigen. Sicher ist es leichter, zu einem umfangreichen Wohlfühl-Erlebnis zu kommen sowie den sicheren Weg zu einem nachhaltigen Wellness-Lebensstil zu finden, wenn Sie sich in die Hand von hochqualifizierten Beratern und Betreuern begeben - und dies auch noch unter idealen Rahmenbedingungen. Zwingend erforderlich ist dies jedoch für die ersten Schritte nicht. Sofern sich in Ihrer Nähe keine entsprechende Einrichtung befindet oder Ihnen der finanzielle Aufwand zu hoch erscheint, nehmen Sie "einfache" Angebote in Ihrer Reichweite wahr, und das vor allem in dem Bewusstsein, dass bislang jeder noch so lange Weg mit einem ersten Schritt begann. Für den kostengünstigen Einstieg eignen sich neben Sportvereinen z.B. auch Angebote der Volkshochschulen oder der kirchlichen Träger.

Reicht es nicht aus, ein "normales" Fitness-Studio zu besuchen?

Wie bereits gesagt: Als Einstieg in das Wellness-Bewegungstraining ist dagegen wenig einzuwenden. Halten Sie aber Ausschau nach Angeboten, die über das reine Funktionstraining hinaus reichen, zum Beispiel tänzerische Gruppenangebote oder sportliches Spiel. Dabei werden ganz andere Aspekte von Bewegung mit einbezogen, die weit über das hinaus gehen können, was Ihnen ein Fitness-orientiertes körperliches Training im Studio ermöglicht. Nehmen Sie für die Planung Ihres weiteren Weges auch qualifizierte Beratung in Anspruch (z.B. auch professionelle Mitglieder des Deutschen Wellness Verbands). Das Beherrschen komplexerer Bewegungsmuster birgt lohnenswerte Erlebnisqualitäten. Nutzen Sie die Ihnen von der Natur geschenkte Bewegungsfähigkeit und schöpfen Sie diese genussvoll aus. Schulen Sie Ihre Selbstwahrnehmungs-, Selbstregulations- und Kohärenzfähigkeit, um an immer komplexeren Bewegungsformen teilhaben zu können. Damit diese Schritte gelingen, sei hier nochmals betont: Eine qualifizierte Beratung und Betreuung wird mit Ihren wachsenden Ansprüchen an das Wellness-Bewegungstraining immer wichtiger.