Berufsprofil: Spa-Manager

Beruf mit Zukunft: Spa-Manager

 
Seit Juni 2011 verantwortet Kerstin Schöffler (31) als Spa-Managerin die operative Leitung der Tschuggen Bergoase in Arosa. Das Wellnessrefugium des Tschuggen Grand Hotel aus der Feder von Stararchitekt Mario Botta bietet auf 5.000 Quadratmetern ein breites Angebot an traditionellen und  nachhaltigen Behandlungsmethoden. Doch wie wird man eigentlich Spa-Manager?
 
„Es bedarf sowohl der praktischen Berufserfahrung in verschiedenen Betrieben wie auch der betriebswirtschaftlichen Grundausbildung, um eine Wellnessanlage in der Größe der Tschuggen Bergoase auch fachlich kompetent und gleichzeitig wirtschaftlich führen zu können“, erklärt Kerstin Schöffler. Nach ihrer Ausbildung und erster Berufserfahrung als Physiotherapeutin in ihrer Heimatstadt Leipzig hat sie sich auf Wanderschaft begeben und in verschiedenen Hotels in der Schweiz als Masseurin und später als Wellnessleiterin gearbeitet. Ergänzt hat sie ihre Berufspraxis dann von 2008 bis 2010 mit einem Fernstudium, das sie als Fachwirt für Wellness & Beauty abgeschlossen hat. Darüber hinaus hat sie kontinuierlich Fortbildungen zu Behandlungsmethoden besucht, um ihr Repertoire an Anwendungen weiter auszubauen. In der Bergoase im Tschuggen Grand Hotel in Arosa führt sie heute in der Hochsaison ein Team von bis zu 20 Therapeuten, die ein breitgefächertes Angebot offerieren.
Der Wellness-Markt boomt und verlangt zunehmend nach Fachkräften. Sie werden für Hotels, aber auch für Thermalbäder, Day Spas oder Kureinrichtungen gesucht. Grund: Ein guter Spa-Manager steigert nicht nur die Gästezufriedenheit, sondern sorgt aufgrund seiner betriebswirtschaftlichen Kenntnisse auch für schwarze Zahlen.
 
Ein klassischer Ausbildungsberuf ist der Spa-Manager allerdings noch nicht, es gibt für ihn bisher auch kein verbindliches Berufsprofil. Deshalb setzen diverse Weiterbildungsprogramme dort an, wo es den Interessenten an einem solchen Job noch an Erfahrung mangelt. Ein potenzieller Spa-Manager sollte möglichst eine abgeschlossene Ausbildung im Dienstleistungsbereich haben, zum Beispiel im Bereich Gesundheit, Kosmetik, Sport, Wellness, Hotellerie oder Tourismus. Ein Programm zum Spa & Wellness-Manager bieten inzwischen verschiedene Schulen und Akademien an. Ziel dieser Weiterbildungen ist es, die Grundlagen der Managementwerkzeuge zu verstehen. Wie der Titel "Manager" schon aussagt, ist der Leiter einer Spa & Wellness-Einrichtung in der Verantwortung, diese wirtschaftlich rentabel zu führen beziehungsweise sie durch unternehmerische Strategien zu einem Profitcenter zu entwickeln. Lerninhalte sind dabei Unternehmensführung, Personalführung und Arbeitsrecht, Management, die Konzeption von Wellnessangeboten, Hotellerie- und Gastronomiemanagement, Qualitätsmanagement sowie das Erstellen eines Businessplans.
Gute Spa-Manager eigenen sich ihr Wissen nicht nur im Inland, sondern auch bei Auslandsaufenthalten an. Ein weiteres Beispiel dafür ist die Spa-Managerin des Waldorf Astoria in Berlin, Karin Pollinger (27). Sie absolvierte nach dem Abitur eine Ausbildung im Bereich Therapie- und Spa-Management und sammelte erste Berufserfahrungen im Spa-Bereich des Radisson SAS Ressort Wutzschleife, der für seine Ayurveda Anwendungen bekannt ist. Danach verschlug es sie in das Hotel Meder Resort nach Kemer in der Türkei und im Anschluss nach Bulgarien, in das Kempinski Hotel Grand Arena, Bansko, dessen Spa-Bereich sie seit 2008 leitete. In dieser Zeit bildete sich Karin Pollinger insbesondere im Bereich der Wellness und Körperanwendungen u.a. in der Thalasso-Therapie weiter. Sie absolvierte unter anderem ein Spa Leadership Seminar bei einer amerikanischen Ausbilderin.
 
Gerade weil der Beruf des Spa-Managers hohe Anforderungen an die Führungskräfte stellt, dabei aber noch relativ unbekannt ist, loben der Deutsche Wellness Verband und die Messe Düsseldorf gemeinsam einen neuen Preis aus, der erstmals am 10. März 2012 anlässlich der Fachmesse BEAUTY INTERNATIONAL in Düsseldorf vergeben wurde: die Auszeichnung "Spa-Manager des Jahres" für außergewöhnliches Spa-Management. Von den besten zehn für den Preis vorgeschlagenen Aspiranten arbeiten neun in deutschen oder österreichischen Vier- bis Fünf-Sterne Hotels. Die Auszeichnung zum Spa Manager des Jahres erhielt Stephan Wagner, Corporate Director Spa der Kameha Grand Lifestyle Hospitality & Entertainment Group.
 
Susanne Stauß
www.susanne-stauss.de


Eine Spa-Managerin aus Hamburg berichtet aus ihrem Berufsalltag

Tradition, Werte, Ausgleich und Sein. Darum geht es bei meiner Arbeit im Spa eines Hamburger Traditionshotels. Meine Gäste sind weniger an neuen, großartigen Wellnesskonzepten interessiert als auf das einfache Fühlen ihrer selbst und die tiefe Entspannung, die sie durch die besonderen Massagen hier empfinden. Keine Massage gleicht der anderen, denn kein Gast ist wie der andere, und kein Gast kommt in exakt der gleichen Verfassung zu seiner heutigen Massage wie beim letzten Mal. All das haben die Spa-Therapeutinnen in meinem Team verinnerlicht. Sie nehmen ihren Gast in seiner Gesamtheit wahr, sehen die inneren Verspannungen, die mit den körperlichen Verspannungen einher gehen und unterstützen ihn dabei, diese nachhaltig aufzulösen.

In meinem Spa sind sowohl Hamburger Bürger als auch Hotelgäste willkommen. In Hamburg gelten wir als Insider-Tipp für diejenigen, die höchste Behandlungsqualität schätzen - bei den Kosmetik-Anwendungen wie bei den Massagen. Nirgendwo in diesem Leading Spa of the World wird nach Schema F verfahren; immer geht es um den Gast und seine individuellen Bedürfnisse, hier und jetzt.

Ich liebe die Balance, die ich in meinem Beruf erfahren kann. Als Spa-Managerin beginnt mein Tag mit den administrativen und operativen Dingen. ich prüfe die administrativen Notwendigkeiten, die Ordnung und Sauberkeit im Spa und die Bedürfnisse meines Teams. Dann widme ich mich anderen Themen: Marketing, Technik, Spa Food und - ganz wichtig - Kommunikation mit den anderen Abteilungen im Hotel. Heute zum Beispiel treffe ich mich mit der Leiterin der Marketing & Sales Abteilung, um zu besprechen, wie das neue Spa-Menü aussehen kann, wie die Inhouse-Marketing-Angebote, der Internet-Auftritt, die Veröffentlichungen auf Facebook und die Leading Spa Packages gestaltet werden können. Dabei ist das Wissen, das ich durch mein Studium Tourismusmanagement erwarb, sehr hilfreich.

In meiner Mittagspause, die ich zum Essen als auch für eigene Körperübungen oder bei schönem Wetter zu Spaziergängen am See nutze, schöpfe ich Kraft für die anspruchsvollen Spa-Anwendungen am Nachmittag und Abend. Bei den Massagen lasse ich mein Wissen  als Ayurvedatherapeutin sowie die Erfahrungen aus den vielen Fortbildungen rund um das Thema Massagen mit einfließen.

Meine Mitgliedschaft im Deutschen Wellness Verband bedeutet mir sehr viel, da ich dadurch über den Tellerrand schauen kann, im Austausch mit anderen Spa-Managern und Anbietern der Spa-Branche bin. So aktualisiere ich meine nötigen Kompetenzen fortlaufend was wiederum dazu  beiträgt, dass ich die leitende Persönlichkeit bin, die Gäste aber auch meine Mitarbeiterinnen von mir erwarten. Das gibt mir Selbstbewusstsein und die Ausstrahlung, mit der ich unseren traditionsverbundenen Gästen begegne. Meine tägliche Herausforderung ist es, ihren Besuch immer wieder zu einer qualitativ hochwertigen und unverwechselbaren Erfahrung werden zu lassen. Spa-Managerin ist mein Traumberuf.